Schon Anfang 2016 haben wir darüber nachgedacht eine Hüttentour zu planen und vor allem zu machen. Wir haben viel überlegt, wo es hingehen könnte, haben mit Freunden gesprochen, die schon Erfahrungen in dieser Richtung gesammelt haben. Eine wirkliche Entscheidung war nicht in Sicht. Sollte es eine Tour in Garmisch-Partenkirchen werden oder doch weiter weg… Wir wussten es nicht. Der Sommer war vorbei, jedoch kamen wir mit unserer Planung nicht weiter. Wir wussten aber, dass wir unsere erste Tour noch dieses Jahr machen wollen, bzw. machen müssen (immer dieser Anfang…).

Wir haben uns ein paar Termine rausgeschrieben, die sich anbieten würden um eine Drei-Tages-Hüttentour zu machen. Schnell fiel die Wahl auf das erste Oktober-Wochenende mit dem Ziel: Wilder Kaiser

Hüttentour Tag 1 – Parkplatzsuche und Aufstieg zur Gaudeamushütte

Samstags ging es gegen 06:00 Uhr los auf die Autobahn denn wir hatten circa 450 km vor uns. Zahlreichen Staus später waren wir gegen gegen 16:00 Uhr dann fast am Ziel. Ja, leider nur fast: Wir haben nicht damit gerechnet haben, dass an diesem Samstag ein Volksfest in Ellmau stattfindet. Somit war leider unser Wunschparkplatz komplett belegt und wir mussten einen Ausweichparkplatz suchen, den wir kurze Zeit später erfolgreich gefunden hatten.

Von dort aus ging es über circa 4,5 km, über eine kleine Kapelle (mit wunderschönem Weitblick) weiter zur Wochenbrunn-Alm und schlussendlich hoch zur Gaudeamushütte.

Die Gaudeamushütte war mein persönlicher Favorit. Eine total süße Hütte, die damals frisch renoviert war. Die Hüttenwirtin kam uns entgegen und meinte in ihrem österreichischen Akzent:

“Hackl oder?
Für zwei Personen?!”

Wir über beide Ohren verliebt in die Hütte waren froh angekommen zu sein. Nach unserem deftigem und sehr köstlichem Abendbrot, sind dann direkt ins Bett gefallen.

Dauerca. 02:00 h
Distanz5,4 km
Bergauf460 m
Bergab10 m

Hüttentour Tag 2 – Regen, regen und vielleicht noch Wind?!

Nach dem Frühstück hieß es: „Der Berg ruft!“ – Also haben wir um halb neun unsere Sachen gepackt und haben uns auf den Weg gemacht. Es war nebelig und kalt, aber schön. Zu unserem ersten Halt, der Gruttenhütte, ging es über einen leichten Klettersteig (kein Klettersteig-Set notwenig) der mit etwas Kra­xeln über zwei Leitern und einige Tritte überwunden werden musste. Leider war es so neblig dass wir selbst nahe der Hütte wirkliche Probleme hatten diese zu finden.

Der Weg ging von dort weiter über die Riedlhütte zur Kaiseralm. Quasi ununterbrochener Nieselregen prasselte auf uns und unsere mit Regenschonern überzogenen Rücksäcke nieder. In der Hoffnung uns in der Kaiseralm etwas wärmen und vor allem trocknen zu können musstet wir leider feststellen, dass die Alm nur bei Sonnenschein bewirtschaftet ist. Unser Pech, wir haben uns kurz untergestellt, gegessen und sind dann weiter. Den ursprünglichen Plan über die Steiner Hochalm weiter zur Pension Maier zu laufen verwarfen wir kurzerhand auf Grund des Regens und der voranschreitenden Uhrzeit. Den Weg durchs Tal zum Hintersteiner See war eine wirklich gute Idee. Gefühlte 493030 Stunden später sind wir endlich bei der Pension Maier angekommen. Völlig fertig, aber froh über das was wir geschafft hatten!

Dauerca. 06:30 h
Distanz16,5 km
Bergauf760 m
Bergab1 100 m

Hüttentour Tag 3 – über die Rehbachklamm zurück nach Offenbach

Die Pension Maier war so schön und ich hatte in meinem Leben noch nie so Hunger gehabt. Ich habe den Boden geküsst, ich war komplett durchnässt und einfach nur Müde. Bei so einer Hüttentour lernt man wirklich, wie wichtig die kleinen Dinge im Leben sind, wie zum Beispiel schönes Wetter und gute Kleidung :-D.
Wir haben uns, nachdem wir die Wandererhütte bezogen haben, kurz frisch gemacht. Da wir aber nur zwei Wechselsachen dabei hatten, war es nicht wirklich schwer, was man anziehen konnte! Dann sind wir in die eigentliche Pension und haben uns Abendessen bestellt. Wenn man auf Hüttentour geht, darf man nicht schüchtern sein, was der Kontakt mit der Natur, Tieren und auch Menschen angeht. Wir waren nur müde und hungrig. Unser Essen kam und es war echt superlecker, der Himmel auf Erden. Ein paar Stunden später haben wir uns sortiert und sind schlafen gegangen.

Der Weg zum Auto

Viel Schlaf blieb uns nicht, da wir ja auch an dem Tag wieder zurück nach Offenbach wollten. Schweren Herzens haben wir die Pension Maier hinter uns gelassen und erreichten nach ca. einer Stunde wandern eine wunderschöne Alm. Sehr hungrig waren wir nicht, aber wir wollten alles mitnehmen, was wir konnten. Es war die Walleralm, auch eine superschöne Hütte mit genauso netten Gästen und Wirten. Nach einer kleinen Pause sind wir weiter zur Steiner Hochalm und Leute ich kann es euch nicht sagen diese Alm hat mich so umgehauen ich wollte weinen, lachen — am besten alles gleichzeitig.

Uns wurde unten gesagt, dass wir Glück haben müssen, denn die Alm hätte nicht immer auf und wir hatten Glück, und zwar sehr viel. Mit einem Blick, den man nicht beschreiben kann und den auch kein Bild der Welt wieder geben kann saßen wir da, eingepackt in Decken mit leckeren Getränken und die Wirte haben gejodelt und Harfe gespielt, Leute es gibt nichts Schöneres und ich hoffe, dass ihr das auch mal erleben dürft. Eigentlich wollten wir gar nicht mehr da weg, aber wir mussten, die Zeit saß uns schwer im Nacken.

Somit sind wir durch die Rehbachklamm gehechtet und hätten eigentlich noch einen Ort weiter rauskommen sollen. Wir haben uns aber dann dafür entschieden, den Bus zu nehmen und fast bis zu unserem Auto zu fahren. JA nur fast, denn wir konnten ja wie oben schon berichtet nicht da parken wo, wir eigentlich wollten. Also mussten wir noch mal gut eine halbe bis dreiviertel Stunde zu unserem Auto laufen! Und ich spreche für uns beide, wenn ich sage ICH HATTE IN MEINEM LEBEN NOCH NIE SO EINEN MUSKELKATER WOW! Aber es war ein geiles Gefühl und ein noch geileres das Auto zu sehen und nach 3 Tagen meine Vans wieder an zuhaben.

Dauerca. 04:00 h
Distanz10,7 km
Bergauf450 m
Bergab590 m

Das Hüttentour Fazit:

Wir würden auf alle Fälle wieder eine Hüttentour machen, es ist einfach ein Stück Freiheit und genau das, was man braucht, wenn man den ganzen Tag im Büro sitzt. Habt ihr Erfahrungen mit Hüttentouren, könnt ihr Tipps geben? Wenn ihr die Strecke die wir gelaufen sind auch laufen wollt, dann schaut hier bei Kais Komoot Seite vorbei!

Für weitere Hüttentour Inspirationen können wir euch das Buch „Von Hütte zu Hütte“ sehr ans Herz legen. Wir haben es bis jetzt immer zur groben Planung benutzt.

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